In diesem Artikel möchte ich euch kurz die Unfallversicherung erklären und die meiner Meinung nach wichtigen Punkte darlegen, auf die Ihr beim Abschluss einer Unfallversicherung achten solltet. Direkt hier ein kleiner Tipp am Rande, die Unfallversicherung ersetzt keine Berufsunfähigkeitsversicherung, denn nur 10% aller Unfälle enden in einer Berufsunfähigkeit.
Das wichtigste bei einer Unfallversicherung ist die Invaliditätssumme. Denn das ist das Geld, was bei Vollinvalidität ausgezahlt wird. Wofür ist dieses Geld gut? Grundsätzlich ist der Sinn dieses Geldes, z. B. sein Auto oder sein Haus/ seine Wohnung behindertengerecht umbauen zu lassen, denn wer Vollinvalide wird, der hat andere Bedürfnisse, z. B. rollstuhlgerechte Türeingänge usw. Wie berechnet man nun die Invaliditätssumme? Die Faustformel hierfür lautet das Jahresbruttogehalt mal fünf. Wer also 30.000,- Euro pro Jahr verdient, sollte eine Invaliditätssumme von 150.000 Euro abschließen.
Um die Versicherungsleistung zu erhöhen und gleichzeitig den Beitrag niedrig zu halten, empfehlen viele eine sogenannte Progression mit abzuschließen. Sinnvoll sind Progressionen von 225 – 350%. Bei der Progression steigt die Leistung der Versicherung ab bestimmten Invaliditätsgraden Man kann sagen, je schlimmer der Invaliditätsgrad, desto höher die auszuzahlende Summe.
Bitte übrigens nicht den Invaliditätsgrad mit einem Behinderungsgrad vergleichen. Der Invaliditätsgrad ergibt sich aus der Gliedertaxe des jeweiligen Versicherers. In der Gliedertaxe steht dann, für welches Ereignis, z. B. Verlust der Sehkraft, welcher Invaliditätsgrad von der Unfallversicherung angenommen wird. In diesem Punkt unterscheiden sich auch die meisten Versicherungsunternehmen, hier sollte man genau hinschauen.
Noch ein Punkt ist die Todesfallsumme. Als Todesfall- und damit Hinterbliebenenabsicherung halte ich sie grundsätzlich für sinnlos, weil man das Ereignis mit einer Risiko-Lebensversicherung viel besser absichern kann. Die Todesfallsumme hat aber einen anderen wichtigen Grund, weshalb man sie vereinbaren sollte: Sie ist der Vorschuss, den man von der Versicherung im ersten Jahr erhält, denn im ersten Jahr wird erst einmal der Invaliditätsgrad abgeklärt. Wer keine Todesfallsumme hat, wartet also ein Jahr bis er Geld sieht.
Auch noch wichtig ist, die Bedingungen zum Thema Meldefristen genau durchzulesen.
Das sind auch schon die wichtigen Punkte in der Unfallversicherung. Meiner Meinung nach sind die ganzen anderen Optionen, wie Unfall-Krankenhaustagegeld, Genesungsgeld, Unfallrente und so weiter lediglich Makulatur. Die meisten Punkte lassen sich über eine Krankenversicherung viel besser abbilden oder dienen einfach nur der Erhöhung des Beitrages und damit der Provision des Versicherungsverkäufers.
Abschließend möchte ich mich dem Tenor der Verbraucherzentralen und –beratungen anschließen, Unfallversicherungen mit Beitragsrückgewähr sind Unsinn. Hier wird parallel zur Unfallversicherung eine Lebensversicherung abgeschlossen. Auch das kann man anderswo sinnvoller.
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